Daunenjacke Yeti Purity – Getestet

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Yeti Purity Daunenjacke

Yeti Purity Daunenjacke

Der Winter steht vor der Tür und ich war glücklich darüber als ich die Tage die Yeti Purity Daunenjacke erhalten habe. Bis dato hatte ich mich immer mit Kunstfaserjacken durch den Winter geschlagen und wollte einmal in den Genuss der Daunenjacken kommen. Yeti Ausrüstung steht für Qualität, deutsche Handarbeit, Leichtigkeit aber auch für einen stolzen Preis. Ich wollte mal wissen, ob sich die Anschaffung lohnt und ob ich wie beim Schlafsack, den Wechsel von Kunstfaser auf Daunen nicht bereuhen werde. Zum Leichtwandern kommt man erst recht um die feinen Federn nicht herum. Die Vorteile des Naturprodukts sind einfach unumstritten: gutes Gewichts-/Isolationsverhältnis, angenehmer Tragekomfort und sehr gut zu komprimieren. Die ersten Erfahrungen hab ich mal in einem Test zusammen gefasst.

„Purity“ steht übersetzt für „Reinheit“. Ich freu mich schon drauf, ob die Jacke dem Motto gerecht wird.

Hersteller:
Yeti
Modelname:
Purity
Gewicht:
213 gr. (Größe S)
90 gr. Daunenfüllgewicht
Daunenqualität:
800+ Gänsedaune, Mischung: 95/5
Material:
Micro Ripstop Nylon (wasserabweisend)
Sonstiges:
Integrierte Packtasche (linke Seitentasche), 5 Jahre Garantie vom Hersteller
Link zum Hersteller:
www.yetiworld.com

Bewertung

Verarbeitung:
5 von 5 Federn
Komfort:
5 von 5 Federn
Preis:
3 von 5 Federn
Bedienung:
5 von 5 Federn
Durchschnittsbewertung:
4 von 5 Federn

Geschichte zu Yeti

Yeti wurde 1983 in der Nähe von Berlin gegründet. Der Gründer Bernd Exner produzierte primär Daunenbekleidung und -schlafsäcke für den extremen Outdooreinsatz rund um den Globus. Der Besitzer ist zwar heute nach ein paar Ups und Downs in der Firmengeschichte nicht mehr der gleiche, jedoch steht Yeti mehr denje für preisgekrönte Outdoorprodukte mit dem Sigel „handmade in Germany“. Mittlerweile hat sich der Firmensitz nach Görlitz verlagert wo die Entwicklung, die Verwaltung, das Lager, die Serviceabteilung und ein Teil der Produktion ihre Wurzeln hat.

Ein besonderes Merkmal bei den Daunenprodukten ist die „Crystal Down„- Daune, die von europäischen Bauernhöfen (masurischen Seenplatte) kommt und von höchster Qualität ist.

Ausgepackt – der erste Eindruck

Für die warmen Hände - seitliche Taschen

Für die warmen Hände – seitliche Taschen

Die Jacke besticht im ersten Moment durch ihre Einfachheit, das geniale Gewicht und das kleine Packmaß. An ihr ist nichts verarbeitet was unnötig ist. Es gibt lediglich zwei Seitentasche mit Reißverschluss und keinen weiteren unnötigen Schnick Schnack. Die Taschen erfüllen gleich zwei Aufgaben: 1. werden die Finger fix wieder warm :-) und 2. dient eine davon als integrierter Packsack. Zusammengepackt hat sie ein Packmaß mit „WOW“ Effekt: ca. 21 x 17 cm.
Dank „Next to nothing“ soll beim Tragen des Produkts das Gefühl entsteht nichts am Körper zu haben. So ist es auch! Das Micro Nylon aus dem Hause „Toray“ fühlt sich super an und die Kammern sorgen dafür, dass die Daunen an Ort und Stelle für die gewünschte Isolation sorgen. Ein paar Details für die Materialfreaks unter uns:

Ein Gramm…

  • …der im Außenmaterial verarbeiteten Nylonfaser hat eine Länge von fast 10 km und die Größe der Faser liegt bei 1/20 des menschlichen Haares
  • …der Daunen besteht aus ca. 350 Daunenkörpern
Fliegengewicht

Fliegengewicht

Beeindruckende Werte, die sich sehen lassen und klar machen, wie sich besonders das Nylon von den herkömmlichen extrem strapazierfähigen Jacken unterscheidet. Viele andere Hersteller, wie z.B. die Berghaus Bekleidung verarbeiten hier gerne robustere Materialien. Wobei ich im ersten Moment diese bei der Purity nicht vermisse und ein erster Zugtest am Material lässt keine bösen Überraschungen erwarten. Einstellmöglichkeiten hat die Jacke nur an der Hüfte über einen Gummizug mit Stopper. Nur ein Punkt stört mich von Anfang an, ohne das ich die Jacke groß im Einsatz hatte: Der Armabschluss ist vom Durchmesser etwas knapp bemessen. Der Ein oder Andere dürfte hier mit einer größeren Hand Probleme beim Durchschlüpfen bekommen.

Tested on Tour

Hannes auf Testtour

Hannes auf Testtour

Die ersten Testrunden habe ich mit der Jacke beim Wandern und morgendlichen Radfahren zur Arbeit gedreht. Ich will gleich das Problem mit dem Armabschluss aufgreifen, da sich nach den ersten Tagen durch eine Naht am Abschluss die Daunen durch drücken. Hier ist die Spannung des Material einfach zu straf. Ich bin mal gespannt wie sich das weiter entwickelt. Sonst ist der Daunenverlust an der Jacke trotz des dünnen Nylons absolut top.
Das soll es in Sachen Contras schon gewesen sein :-):  Die Jacke hat einen super Schnitt für meine Körperstatur. Grundsätzlich wäre aber die Größe M wegen der Armlänge etwas besser geeignet. Ich bin immer wieder Erstaunt von den Pros der Daunen im Vergleich zur Kunstfaser: Der Tragekomfort ist einfach unschlagbar, die Atmungsaktivität genial, die angenehme Wärme und der Hauch von nichts. Das Material blockt den Wind zuverlässig und ein kleinen Regen steckt die Imprägnierung ohne weiteres weg ohne das der Loft der Daunen leiden muss. Als optimalen Temperaturbereich würde ich die Jacke bei 0 C° +/- ansiedeln. Das hängt natürlich von jedem persönlich ab. Jeder hat ein anderes Wärme-/Kälteempfinden!
Hat man die Handschuhe mal zu Hause vergessen, halten die Seitentaschen die Hände warm. Sind die Hände mal nicht in den Seitentaschen und man benötigt die Purity nicht, ist diese super schnell im integrierten Packsack verstaut. Mehr gibt es nicht zu sagen. Ab zum Fazit…

Fazit

…das super ausfällt. Für den stolzen Preis über 300€ erwarte ich das auch. Ich will die Jacke nicht mehr hergeben. Tolles Gewicht, super Packmaß und dank der „Crystal“ Daunen und „Next to nothin“ ein geniales Trage- und Komfortgefühl. Für den Leichtwandereinsatz fast ein Must have. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt  für mich optimal, wenn ich on Tour bin. Der nächste Einsatz lässt daher nicht lange auf sich warten :-)!

Purity vs. Feuerzeug

Purity vs. Feuerzeug

Alles im trockenen

Alles im trockenen

Verstellmöglichkeit mit Stopper

Verstellmöglichkeit mit Stopper

 

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2 Kommentare zu “Daunenjacke Yeti Purity – Getestet”

  1. 1 ddkaestner  | 11:22 on 01/08/2014:

    Also ich hatte diese Jacke auch einmal in der Hand und sie sitzt toll und wärmt erstaunlich, aber der Preis ist jenseits von Gut und Böse.
    Für mich inakzeptabel! Aber meckern nicht ohne Alternative!
    Die beste Alternative die ich kenne ist von Cumulus. Das gute Stück heißt Incredilite Endurance. Mit einem Preis von 175 Euro unschlagbar und hält warm es ist ein Traum.
    Ein anderes Produkt was ich sehr toll finde, aber so in Deutschland nicht zu kaufen gibt ist die Jacke Mojave von Brooks Range. Ist von Typ Michelin-Männlein aber das Ding ist der Knüller, relativ Wasserdicht, 1 Stunde Dauerregen dann wird es nass aber es bleibt warm. Klasse Teil! Wer ausführliche Infos haben will kann gerne Fragen :)

    Lg

  2. 2 Hannes  | 11:31 on 01/08/2014:

    Was den Preis angeht, geb ich Dir auf jeden Fall Recht. Das feine Teil ist kein Schnäppchen :-)!
    Das ist wohl der Preis den man für ein Produkt zahlen muss, dass in Deutschland hergestellt wird. Ein Philosophie, die jeder für sich selbst entscheiden muss.

    Die Cumulus Jacke hatte ich auch mal in der Hand und definitiv in ein tolles Jäckle zum fairen Preis.

    Servus Hannes

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