Der richtige Leichtwanderucksack

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Leichtwanderrucksack

Leichtwanderrucksack

Wir haben bereits in den Basics beschrieben welche Ausrüstungsgegenstände am meisten Gewicht einsparen. Der Rucksack spielt hier eine wichtige Rolle. Mit keinem anderen Teil der Ausrüstung außer dem Zelt lässt sich so viel einsparen, wie mit ihm. Wir haben vor einigen Jahren genau hier mit angefangen, da sich mit einem Leichtwanderrucksack alleine gute 2 Kg einsparen lassen, ohne das man auf den Tragekomfort verzichten muss. Natürlich lassen sich mit diesem nicht 25-30 kg schleppen. Was auch eine Umstellung anderer Ausrüstungsgegenstände bedeutet um das gesamte Basisgewicht zu reduzieren. Hierzu zählen besonders der Schlafsack, die Isomatte und das Zelt. Die Reduktion dieser 4 Gegenstände kann das Trekking für einen schon erheblich komfortabler machen. Natürlich werden wir in weiteren Blogartikeln die anderen Gegenstände noch genauer ins Visier nehmen. Aber nun weiter mit dem Rucksack!

Was macht einen Leichtwanderrucksack aus?

Die richtige Wahl des Rucksacks entscheidet darüber, ob wir das zu schleppende Gewicht komfortabel tragen können oder nicht. Er ist in den meisten Fällen ohne die üblichen Tragegestänge versehen. Die Hersteller verzichten bewusst auf viel SchnickSchnack, denn man an den üblichen Rucksäcken findet. Wie z.B. große Eingrifftaschen, Deckelfach, getrenntes Schlafsackfach um nur einiges zu nennen. Besonders das Gestänge und die geringere Auspolsterung sparen hier eine Menge Gewicht ein. Es stellt sich nun die Frage, wie ein Rucksack ohne Tragegestell angenehm zu Tragen ist?
Der Grund hierfür liegt darin, dass wir das Gesamtgewicht unserer Ausrüstung mit dem Kauf eines Leichtwanderrucksacks ebenso minimieren sollten. So ist man schneller als Gedacht beim einem Rucksackgewicht, mit Essen für mehrere Tage, weit unter 20 kg. Und genau ab hier lassen sich die Vorteile der leichten Rucksäcke ausspielen. Wer wenig Grundgewicht hat, braucht keine dicken Polster mehr an der Hüft, Rücken oder auf den Schultern. Wer nun den Rucksack noch ordentlich packt und sich an die goldenen Regel beim Packen hält (Grundregel: alles schwere der Ausrüstung, so nah wie möglich an den Rücken und zur Hüfte), wird auch merken, dass ein Tragegestell überflüssig ist.

Unsere Rucksackwahl auf Tour

Wir haben uns für mehrwöchige Touren den Golite Pinnacle (ca. 700gr.) geholt. Leider hat Golite das Modell über die Jahre etwas überarbeitet und der Rucksack hat ca. 150 gr. zugelegt. Trotzdem ist es ein Klassiker unter den Leichtwanderern. Er hat genau die angesprochenen Eigenschaften. Er ist für ein Gewicht bis ca. 18 Kg ausgelegt und lässt sich sehr angenehm tragen. Er hat eine leichte Rückpolsterung, sparsame Schulterträge und einen dünnen Hüftgurt. Besonders der Hüftgurt zeigt wie gut diese im Vergleich zu den Standardrucksäcken funktioniert. Der Gurt ist so flexibel, dass er sich mit der ganzen Materialfläche auf die Hüft legt. Beobachtet man dies bei einem normalen Rucksack, wird man feststellen, dass ein Großteil vieler Hüftgurte gar keinen Kontakt mit der Hüfte haben und somit auch kein Gewicht zur Entlastung der Schultern auf die Hüfte übertragen. Dieser Rucksack ist nicht der Leichteste auf dem Markt, aber ein super Kompromis aus Leichtigkeit, Stabilität, Flexibilität und Komfort.

Für Wochenendtouren haben wir uns von OR den DryComp Summit Sack (ca. 350 gr.) mit seinen 36 Liter zugelegt. Perfekt für kleine Trips z.B. auf unserer Tour im Vorarlberg. Der Rucksack hat keine Rückenpolsterung. Braucht er auch nicht, da wir kaum mehr Gewicht wie 6 Kg mit uns rumtragen. Des Weiteren bietet der Rucksack seitliche Netztaschen, in denen die Getränkeflaschen griffbereit sind und das gute Teil ist durch den Rollverschluss perfekt auf die gewünschte Größe angepasst. Auch ungewöhnlich sind die komplett verschweißten Innennähte. So ist der Rucksack nahezu wasserdicht.

Für Tagestouren oder Trips mit Unterkünften können wir den Golite Ion (25 Liter) oder noch etwas kleiner den Sea to Summit Ultra Sil Day (14 Liter bei 70 gr.) unser Eigen nennen. Diese Rucksäcke haben nur noch ein Hauptfach und sonst nichts mehr. Bei so übersichtlichen Rucksäcken bedarf es keinem SchnickSchnack mehr.

Wie ihr seht gibt es für jeden Einsatz den passenden Rucksack. Aber mal ehrlich es tun auch ein bis zwei Modelle um flexibel auf Tour zu gehen.

Till mit dem Golite Pinnacle in Island

Till mit dem Golite Pinnacle in Island

Der OR Drycomp Summit beim ersten Test

Der OR Drycomp Summit beim ersten Test

Sea to Summit Ultra Sil

Sea to Summit Ultra Sil

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Wir hoffen, das Thema in ein paar Sätzen auf dem Punkt gebracht zu haben :-). Es hat vorallem uns gezeigt, wie komfortable das Wandern durch einen Leichtwanderrucksack geworden ist. Weniger ist manchmal einfach mehr. Den richtigen Rucksack zu finden ist viel wert, da er unsere restliche Ausrüstung beinhaltet und uns erst so richtig unabhängig von allem macht. Wie man einen (Leichtwander)Rucksack richtig packt, werden wir noch einmal in einem weiteren Blogbeitrag als Thema aufgreifen.

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2 Kommentare zu “Der richtige Leichtwanderucksack”

  1. 1 Jörg Joerissen  | 18:20 on 03/31/2012:

    Ein toller Artikel, in dem ich mich selber schnell wieder finden konnte. Da ich mich erst seit kurzem mit dem Thema UL beschäftige, ich das Ganze auch super spannend finde, bin ich durch Glück günstig an UL Rucksack gekommen. Ich konnte den Murmur von Gossamer Gear gebraucht ergattern. Und auf der ersten Tagestour war es wie eine Offenbarung, einfach genial!
    Gruß Joerg

  2. 2 Hannes  | 20:49 on 03/31/2012:

    Servus Jörg!

    Freut uns natürlich, dass Dir der Artikel gefällt und Du auch gerade den Einstieg zum Leichtwandern gefunden hast.
    Dein Beispiel zeigt ja, dass mit dem Rucksack am meisten Gewicht gespart werden kann und der Komfort nicht drunter
    leiden muss.
    Würd uns freuen, wenn Du mal wieder bei uns reinschaust. Wir fangen ja gerade mit dem bloggen zum Thema Leichtwandern
    an, weil wir unsere Erfahrung mit Anderen teilen möchten.

    Hannes & Till

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