Exped Lightning 45 – Getestet

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Exped Lightning 45

Exped Lightning 45

Eine der Devisen von leichtsinnig.net ist unter anderem nicht nur die super leichten Produkt vom Markt vorzustellen, sondern ebenso passende Produkte für den Einsteiger rund um das Thema Leichtwandern. Man bekommt mittlerweile von einigen Hersteller wie z.B. Osprey, Lightwave, Vaude und auch Exped tolle leichte Rucksäcke für längere Touren. Bei diesen Modellen wurde meiner Meinung nach ein guter Zwischenweg, zwischen dem klassisch robusten Rucksack und Features von Ultraleichtrucksäcken vereint. So auch beim Multitalent Exped Lightning 45 aus der „Fast & light“-Serie. Die Lightning-Serie gibt es seit dem Sommer 2013 und wird in der 45- wie auch 60-Liter Version angeboten. Im Geschlechterkampf muss niemand zurückstecken, den es gibt die Modelle für Frau und Mann. Ich hatte das Glück das Model in der 45 Liter Version (Männerversion) zu testen. Besser gesagt hat sich meine Frau Conny aufs Testfeld begeben und wir konnten den Rucksack unter die Lupe nehmen.

Hersteller:
Exped
Modelname:
Lightning 45
Gewicht:
1200 gr.
Einsatzbereich:
(Hütten-)Trekking, (Berg-)Wandern, Bergsteigen
Material:
210 D Dyneema Ripstop Nylon, PU beschichtet, 1500 mm Wassersäule
Sonstiges:
Rollverschluss, T-Rex Tragesystem, Kompressionsstraps
Link zum Hersteller:
www.exped.com

Bewertung

Verarbeitung:
5 von 5 Federn
Komfort:
5 von 5 Federn
Preis:
4 von 5 Federn
Bedienung:
5 von 5 Federn
Durchschnittsbewertung:
5 von 5 Federn

Die Geschichte von Exped

Die Exped AG wurde bereits namentlich 1983 von Heidi & Andi gegründet. Damals waren sie noch für den Vertrieb von namhaften Outdoorherstellern verantwortlich. 1997 kommt die Firma das erste mal mit eigenen Produkten auf den Markt um nach ihren Prinzipien die „perfekten“ Ausrüstung zu produzieren. Seit diesem Tag an beschenkt uns Exped mit neuen innovativen Produkten vom Giebeltunnelzelt, über den Bivy-Poncho bis zu dem heutigen umfangreichen Sortiment bestehend aus Zelten, Schlafsäcken, Isomatten, Hängematten, Trekkingstöcken und vielem mehr. Die Grundidee der Exped Truppe bestehend aus 19 Enthusiasten ist ganz einfach und simpel: maximales Naturerlebnis, mit minimalen Mitteln. So halten sich die Entwickler selbst Outdoor auf um die Produkte im Einsatz zu testen und das bestmöglichliche Outdoorerlebnis zu schaffen, bei dem stets Verlass auf das Material ist.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit, das als Thema immer interessanten für den Endkunden wird, tut sich etwas bei Exped. Sicherlich gibt es hier noch eine Menge zu tun, aber einige Produkte werden schon mit Zertifikaten wie Bluesign, Ökotex etc. hergestellt um auch Produkte aus der Natur für den „fairen“ Einsatz in der Natur herzustellen.

Ausgepackt – der erste Eindruck

Sitzt perfekt

Sitzt perfekt

Optisch gibt es an dem Rucksack nichts zu meckern. Er begeistert durch schlichtes und schlankes Design mit einigen tollen Features, die für uns brauchbar erscheinen. Das 20 D Ripstop Nylon Material ist für einen Leichtwanderrucksack genau richtig gewählt. Nicht zu dünn und damit empflindlich, aber auch nicht zu robust und schwer. Das Tragesystem besteht aus einem 7075-T6 Aluminium und ist in 3 Stufen (S, M, L) der Rückenlänge anpassbar. Das Verstellen funktioniert recht einfach: Untere Polsterung vom Klettverschluss lösen und dann die dahinter liegende Längenverstellung nutzen um die Rückenlänge einzustellen. Wir haben ja die Männerversion zum testen: meiner Meinung nach reicht die Rückenlängenverstellung für Personen zwischen 175 – 195 cm. Conny kann den Rucksack als Frau daher grade noch so tragen :-)!

T-Rex Rückensystem

T-Rex Rückensystem

Beim ersten Aufsetzen sitzt der Rucksack top, nur das Rückpolstersystem ist noch etwas ungewohnt, da es nicht gleichmäßig verteilt auf dem ganzen Rücken aufliegt. Vorteil ist hier sicherlich aber eine bessere Belüftung des Rückens. Die Lastenverteilung ist gut und in Sachen Beweglichkeit sorgt die Flexibilität des Hüftgurtes für ein gutes Gefühl bei Bewegungen im Oberkörper. Die seitlichen Taschen sind selbst im aufgesetzen Zustand gut zu erreichen und so ist der schnelle Griff zur Getränkebottle kein Problem. Für alles Kleinzeugs gibt es am Hüftgurt jeweils ein kleines Täschle, wenn etwas schnell zur Hand sein muss.
Die Kompressionsriehmen sind rund um den Rucksack gut angebracht. So kann man je nach Befühlung den Rucksackschwerpunkt so nah wie möglich an den Körper bringen. Des weiteren lassen sich hier Wanderstöcke oder Eisgeräte fixieren. Es gibt sogar für die Stöcke oder Eisgeräte ein kleinen Gummizug auf der Rückseite um diese hier gut und fest zu platzieren.
Der Rollverschluss auf der Oberseite sorgt vermutlich nicht nur für einen wasserdichten Verschluss des Rucksacks, sondern ist einfach & praktisch in der Nutzung. Im Inneren wartet außer 45 Liter Stauraum für die Ausrüstung noch eine Netztasche in der ebenfalls Kleinzeugs verstaut werden kann.

Der erste Eindruck ist daher sehr positiv. Mal schauen ob sich im Praxiseinsatz der Eindruck bestätigen kann.

Tested on Tour

Über die Ostertage haben wir uns 3 Tage Zeit genommen, um den Rucksack auf Herz und Nieren im Pfälzer Wald auf dem Felsenland Sagenweg zu testen. Als Randnotiz: der Wanderweg ist mit seinen 90 km eine tolle Mehrtagestour und für uns ein echter Geheimtipp. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Weg 2013 auf Platz 1 für den schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde. Ich werde bestimmt noch einen Reisebericht hierzu veröffentlichen!

Praktisch für Kleinzeug - Netztasche

Praktisch für Kleinzeug – Netztasche

Conny hat sich wie bereits erwähnt auf die Testrunde begeben. Beim ersten Regenschauer kann der Rucksack seine Wassersäule von 1500mm unter Beweis stellen. Dank dem Rollverschluss und den vertapten Nähten ist es eine dichte Angelegenheit und die innenliegen Sachen bleiben trocken. Die Netztasche im Rucksack ist grundsätzlich ein tolles Feature aber man kommt sehr schwer an den Inhalt ran, wenn der Rucksack bis oben hin gefüllt ist, da die Tasche am Rücken anliegt. Sonst gibt es an den inneren Werten des Rucksacks nichts zu meckern. Struktur und Ordnung bringt der Anwender durch Packsäcke in den Rucksack, damit nicht alles drin herumfährt.

Im Hüftgurt integriert

Im Hüftgurt integriert

Befassen wir uns mit dem Äußeren: Das Tragesystem ist super und die Last wird gut auf dem Rücken verteilt und die einzelne Alustrebe sorgt für Stabilität im Rucksackaufbau. Die Flexibilität am Hüftgurt ist gut zu merken. Man findet alle Verstellmöglichkeiten, die man für eine gute Anpassung an die eigenen Wünsche braucht. Der Hüftgurt ist gut positioniert und die kleinen Täschchen bieten Platz für schneller erreichbares. Hier hat Exped ein tolles, leichtes & komfortables System geschaffen um dem Träger eine wahre Freude beim Tragen zu ermöglichen.

Überschüssiges Bandmaterial gut verstaut

Überschüssiges Bandmaterial gut verstaut

Die Kompressionsriemen bieten eine breite Spanne zur Kompression, je nachdem wie voll der Rucksack geladen ist. Kleinigkeiten wie die Bänderfixierung, wenn überschüssiges Bandmaterial rumhängt, ist genial aber einfach. So lässt sich vermeiden, dass die Bänder unerwünscht beim Laufen irgendwo hängen bleiben. Die Trekkingstockhalterung ist gut positioniert, aber kann auch abgenommen werden und wo anders am Rucksack angebracht werden. Der Rollverschluss funktioniert wie er soll. Wer z.B. die Regenjacke schnell griffbereit haben will, kann diese bei geschlossenem Rollverschluss oben über eine Querband gut fixieren.
Wir finde es immer praktisch wenn man zwei Außentaschen hat und während dem Laufen direkt auf die eingesteckten Trinkflaschen zugreifen kann ohne den Rucksack abzunehmen. Wer möchte, kann ebenso eine Trinkblase in das Rucksackinnere legen. Dort gibt es eine Öffnung um den Getränkeschlauch nach außen abzuführen. Jedoch gibt es keine extra Einschubtasche für die Trinkblase, jedoch 3 Aufhängungspunkt zur Fixierung.

Weitere Bilder

Die Rückenlängenverstellung

Die Rückenlängenverstellung

Conny beim Testen im Pfälzer Wald

Conny beim Testen im Pfälzer Wald

Praktische Seitentasche

Praktische Seitentasche

Fazit

Der Test hat gezeigt, dass der Exped Lightning aktuell einer der besten Leichtwanderrucksäcke, neben z.B. der Osprey Exos-Serie auf dem Markt ist. Der Rucksack eignet sich wunderbar für den Leichtwandereinstieg ohne sich gleich Sorgen um zu sensibles Material zu machen. Wer sich für den Rucksack entscheidet findet einen tollen Spagat zwischen einem Ultraleicht- und einem klassischen schweren Rucksack. Das Teil bietet viel Flexibilität in der Anwendung, ist stark wasserabweisend und trägt sich bei all dem noch wunderbar. Dank dem ausgeklügelten Tragesystem kann man gerne auch mal 15-20 Kg tragen. Jedoch stellt sich dann die Frage ob es noch Leichtwandern ist :-)! Aber auf mehrwöchigen autargen Trekkingtrips kann sich das bezahlt machen.
Unterm Strich gesagt hat Exped eine tolle „Fast & light“-Serie rausgebracht und steht vergleichbaren Modellen in nichts nach. Das Motto von Exped: maximales Outdoorerlebnis, mit minimalen Mitteln ist erfüllt!

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1 Kommentar zu “Exped Lightning 45 – Getestet”

  1. 1 Max  | 10:35 on 04/24/2017:

    Also Rucksack ist jetzt fast eine etwas falsche Bezeichnung für diesen Sack :)

    Der Daypack entspricht eher einem Sack mit Trägern dran. Ich hab dieses Teil aber echt gerne, einer seiner Vorteile liegt z.B. daran, das er wasserdicht ist, d.h. wenn man jetzt z.B. nur einen Städteausflug macht und das Teil mit hat, dann bleibt alles was drinnen ist trocken. An den Gummizügen kann man z.B. eine Jacke oder auch einen Pullover oder sonstiges befestigen und das hält echt gut, ich mach das gerne wenn mir heiß wird und ich die Jacke aber nicht in den Sack geben möchte..

    Der Teil der am Rücken aufliegt, ist relativ dünn, d.h. wenn man extrem kantige Dinge damit transportieren will, dann muss man die entsprechend platzieren oder positionieren, sonst kann schon einmal eine Ecke ins Kreuz drücken.
    Was man auch noch sagen muss, umso mehr schwere Sachen drinnen sind, umso mehr wird es auch zum Sack, da es eben keinen festen Rückenteil hat der eine Formstabilität gewährleistet. Aber man kann nichts desto trotz Bücher oder ähnliches relativ angenehm tragen.

    Ein weiterer großer Vorteil liegt in seiner Leichtigkeit, da es eben eher ein Sack ist ohne viel Schnick-Schnack, man kann das Teil wirklich klein zusammenrollen und quetschen und praktisch als Reserve in einem anderen Rucksack noch dabei haben. Bzw. dann auch als „Schutz“ denn nicht jeder „normale“ Rucksack ist wasserfest. Dann kann man Dinge die nicht nass werden sollen in dem Sack in einem anderen Rucksack verstauen (so als Tipp am Rande).

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