Jetboil Sol titanium Gaskocher im Test

Veröffentlicht: von | Kategorie(n): Ausrüstung | Schreibe den ersten Kommentar! »
Der Sol ist verpackt

Der Sol ist verpackt

Jetboil geht bei seinem preisgekrönten Kochsystem mit der „Flux“-Technologie noch einen Schritt weiter und verpasst dem neuen „Sol ti“ eine Gewichtsdiät. In Sachen Preisgestaltung für einen Gaskocher legt der Hersteller auch hier die Latte hoch. Wir haben den Kocher mal unter die Lupe genommen, da das Teil für den Leichtwanderer gemacht ist.

Hersteller:
Jetboil
Modelname:
Sol Ti
Lieferumfang:
Kocher (103 gr.) mit Universalaufsatz für Standardtöpfe (38 gr.), Topf aus Titan + Neoprenhalterung (123gr.), Deckel (19 gr.), Topfschutz (34 gr. ), Kartuschenstütze (28 gr.), Bedienungsanleitung
Einsatzbereich:
bis -6 C° mit Schraubkartusche
Kaufpreis:
184,95€
Link zum Hersteller:
www.jetboil.com
Material:
Titainium, Plastik
Packmaße (B x H in cm):
10 x 16 cm
Zündung:
Piezo
Kochzeit:
0,5 Liter Wasser/1:40min

Bewertung

Verarbeitung:
5 von 5 Federn
Preis:
3 von 5 Federn
Bedienung:
4 von 5 Federn
Durchschnittsbewertung:
4 von 5 Federn

Ausgepackt – erster Eindruck

Jetboil lässt keine Wünsche in Sachen Lieferumfang offen und man bekommt alles was man braucht. Das ganze Kochsystem ist kompakt und schont mit dem geringen Packmaß den Platz im Rucksack. Alles was man für unterwegs braucht, befindet sich im 0,8 Liter großen Topf. Es gibt sogar noch Platz für eine kleine 100 gr. Gaskartusche. An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen.

Ein ordentlicher Lieferumfang

Ein ordentlicher Lieferumfang

Das System steht sofort und macht keine großen Zicken, so wie man es vom Gaskocher gewohnt ist. Bei den Gewichtsangaben wird ein wenig gemoggelt. Das Gewicht wird mit 240 gr. angegeben, aber wer genauer hinsieht, erkennt das die Kartuschenstütze, der Topfschutz und Universalaufsatz für Standardtöpfe nicht enthalten ist. In der Summe bringt der Kocher 358 gr. zusammen. Naja, da wünscht man sich ein wenig mehr Ehrlichkeit vom Hersteller, auch wenn er dies im Kleingedruckten angibt. Wer dennoch bedenkt, dass die Kartuschenstütze und der Universalaufsatz im Normaleinsatz nicht mit auf Tour müssen, kann sich an einem ordentlichen Gewicht von unter 300 gr. erfreuen.

Auf Tour getestet

Wir sind schon gespannt als der Kocher das erste Mal mit auf Tour geht. Es soll einmal etwas anderes sein, als der Standardgaskocher (z.B. Monatauk Gnat). Der Kocher wird auf eine Schraubkartusche aufgesetzt. Das Abmessen der Wassermenge erfolgt über den Topfschutz mit der Skalierung zwischen 100-250 ml oder einer 0,5 Liter Markierung im Topf selbst. Der Topf wird auf das Kochergestell aufgesetzt und ist vernünftig fixiert. Auch auf einem weichem Untergrund steht das System zuverlässig ohne Kartuschenstütze.
Der Startschuß erfolgt über die Piezozündung und die Gaszufuhr kann exakt über die Regulierung bestimmt werden. Der Topf kann in Kombo mit dem Deckel als Kaffeepot und zum Abgießen von Nudelwasser verwenden werden. Der Windschutz kann bei Jetboil auch zu Hause bleiben, da der „Flux“-ring das wilde Flackern der Flammer verhindert.
Besonders die Effizients des Kochers bringt auf langen Touren Vorteile. Wer am Gasverbrauch sparen kann, aber das Wasser trotzdem zum Kochen bringt, spart sich die ein oder andere Ersatzkartusche Gas.

Energiesparen leicht gemacht - der Fluxring

Energiesparen leicht gemacht - der Fluxring

Mit der „Flux“-Technologie hat Jetboil schon lange einen einfachen Weg gefunden. Das Wellenprofil am Topfboden bietet der Wärme eine größere Angriffsfläche und kann diese an den Topf abgeben. Nach 1:40 min bleibt die Uhr bei der 0,5 Liter Wasserfüllung stehen. Im Vergleich zu den meisten anderen aktuellen Gaskochern ist die Zeit nichts weltbewegendes, aber in Sachen Gasverbrauch spielt der Kocher seine Stärken aus. Mit dem Sol ti verbrauchen wir gerade einmal 4 gr. Gas (100 gr. Gas = 12,5 Liter) während andere Gaskocher zwar gleich schnell seien können, aber mit 7 gr. Gas (100 gr. Gas = 7,2 Liter) deutlich mehr dursten. Knappe 60% Gaseinsparung beeindruckt auch uns.

Eine tolle Sache scheint auch die „Thermo Regulate“-Technologie zu sein, die wir aber noch nicht testen konnten. Sie verspricht die Nutzung bis zu -6 C° durch konstanten Gasaustritt. Das schauen wir uns sicherlich in der Wintersaison mal an, ob der Nachteil von Gas bei kalten Temperaturen hier etwas entkräftet ist.

Jetzt aber genug geschwärmt, es gibt auch noch ein paar Schwachstellen, die noch Verbesserungen bedürfen. Die Neoprenhülle ist ein Mist, punkt. Bei kochendem Wasser im Topf halten es empfindliche Händchen nicht lange mit der Sparversion der Topfverkleidung aus. Das Wasser muss also schnell umfüllt werden. Des Weiteren kann nicht mal der Topf mit 0,5 Liter an dem dünnen Henkel gehalten werden, da dieser durch die Abwärme heiß wird und zusätzlich Gefahr besteht, dass die komplette Hülle vom Topf rutscht. Da fragst Dich als Endverbraucher schon, wer von den Entwicklung das mal getestet hat. Abhilfe haben wir aber schnell gefunden. Es gibt für die Standardmodelle von Jetboil die etwas robustere Variante der Neoprenhülle (26 gr.). Sie ist dicker und der Henkel rockt. Alles sitzt an seinem Platz auch wenn der Topf randvoll ist.

Zweite Schwachstelle ist die Topffixierung. Wenn man den Topf nach der Nutzung von der Fixierung drehen will, dreht sich gerne mal der komplette Kocher mit. Hier könnte man ebenfalls nachbessern, aber für uns soweit kein Problem auf Tour.

Fazit

Wie bereits erwähnt ist der Kocher mit einem stolzen Preis versehen und schlägt ein ordentliches Loch in die Geldbörse. Dafür darf man schon etwas erwarten und Jetboil enttäuscht bis auf zwei Schwachstellen nicht. Wer 60 gr. mehr Gewicht verträgt und damit die Haushaltskasse schonen will, kann sich für die Aluminium Version für 154,95€ entscheiden. Uns bereitet der Kocher auf jeden Fall Freude auf Tour. Besonders vorzuheben ist ganz klar die Effizienz des Systems. Das Eigengewicht einer Gaskartusche ist nicht ohne und darum hilft jedes gesparte Gramm Gas bei der Nutzung um die Nutzungszeit für eine Kartusche zu erhöhen.

Sehr wackelig ...

Sehr wackelig ...

... deutlich besser

... deutlich besser

Mehr Stabilität durch die Kartuschenstütze

Mehr Stabilität durch die Kartuschenstütze

Veröffentlicht: von | Kategorie(n): Ausrüstung | Schreibe den ersten Kommentar! » Schlagworte: ,
Auch eine Meinung? Sag sie uns!