Rucksack richtig packen

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Rucksack richtig gepackt

Rucksack richtig gepackt

In diesem Beitrag möchten wir einmal das Thema „Wie packe ich meinen Rucksack richtig?“ aufgreifen. Primär möchten wir auf das Packen von Leichtwanderrucksäcken eingehen, die kein stützendes Tragegestell haben. Jedoch lassen sich viele Tipps auch auf Rucksäcke mit Gestell übertragen. Das richtige Packen wird oft unterschätzt. Schnell hat man einfach alles in den Rucksack geworfen und nicht auf die Ordnung bzw. Struktur geachtet. Ergebnis hiervon ist ein je nach Gewicht schmerzende Stellen auf den Schultern und am Rücken. Irgendwie hängt alles schief und man hat nicht das Gefühl sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können – das Naturerlebnis.
Netter Nebeneffekt: wir bekommen eine Ordnung in unseren Rucksack und gerade auf längeren Touren weiss man wo was im Rucksack liegt.  Das fällt manchen bekanntlich schwer und wir möchten gerne dabei helfen. Nicht zu vergessen ist, dass ein richtig eingestellter Rucksack neben dem richtigen Packen den Tragekomfort perfekt abrundet.

Die Grundregel beim Packen ist…

… die schweren Ausrüstungsgegenstände so nah wie möglich am Rücken und zur Hüfte hin im Rucksack zu platzieren. Wer diese Grundregel vernachlässigt, wird schnell merken, dass der Rucksack einen nach hinten zieht. Besonders im Gelände wo gerne das Gleichgewicht gefordert ist, kann es eine ordentliche Wackelpartie werden, wenn der Rucksack falsch gepackt ist. Als Test, ob ein Rucksack richtig gepackt ist, kann man diesen nach dem Packen einfach auf den Boden stellen. Fällt  der Rucksack anschließend nach hinten, stimmt die Balance nicht. Im Optimalfall bleibt er stehen und wird den Träger auf Tour nicht nach hinten ziehen.

Weitere sinnvolle Tipps wären:

  • bei alpinen Touren sollte der Rucksack so schmal und kompakt wie möglich sein. Je kompakter alles ist und je näher der Schwerpunkt am Körper sitzt umso besser wirkt sich dies auf das Gleichgewicht aus
  • alle Bendel sollten fixiert sein. Damit kann vermieden werden, dass man hängen bleibt
  • es sollte nichts außen lose hängen, da pendelnde Gegenstände das Gleichgewicht stören und der Körper mit Muskelarbeit das Pendeln ausgleichen muss
  • angenehm wird das Tragen von Lasten erst, wenn diese nicht mehr als 1/4 des eigenen Gewichts beträgt. Für die Leichtwanderer sollte das definitiv kein Problem sein :-)
  • den Rucksack nie einseitig bepacken (z.B. das Getränk nur auf der linken Seite verstauen)
  • hast Du einmal die perfekte Packweise gefunden, ändere diese nicht. Du weisst so auch immer wo welcher Ausrüstungsgegenstand ist

Leichtwanderrucksack vs. klassischem Rucksack

Früher und Heute gepackt - Die Jungs von Leichtsinnig

Früher und Heute gepackt – Die Jungs von Leichtsinnig

Viele Leute machen sich immer Gedanken darüber, dass ein rahmenloser Rucksack ja nicht bequem zu tragen ist, da z.B. der Kocher im Rücken drückt oder der Rucksack keine Stabilität hat. Grund: die Versteifung durch den Rahmen fehlt. Als wir von der klassischen Ausrüstung auf die leichte Ausrüstung gewechselt sind, war dieser angebliche Nachteil des Leichtwanderrucksacks sofort beseitigt. Vorallem die Einfachheit der Rucksäcke drückt das Gewicht nach unten. Wir brauchen nicht unendlich viele Außentaschen, Abtrennfächer und weiteren Schnick Schnack.
Nur eines können wir bestätigen, dass ein Leichtwanderrucksack keinen Sinn macht, wenn man seine allgemeine Ausrüstung (Schlafsack, Zelt, Isomatte etc.) = Basisgewicht nicht reduziert. Wie bereits in den Basics des Leichtwanderns beschrieben, sollte man erst die schwerste Ausrüstung ersetzen um die Grundlage zu schaffen einen Leichtwanderrucksack mit Genuss einsetzen zu können.
Bei uns lief das alles auf einmal über die Bühne :-): Der Kufa-Schlafsack wich dem Western Mountaineering Summerlite, das Hilleberg Zelt wurde durch ein Tarptent ausgetauscht und die selbstaufblasende ThermaRest Matte verlor auf der Waage gegen die ThermaRest RidgeRest den Gewichtskampf. Der nächste Schritt war die Anschaffung des Golite Pinnacle, der einem Jack Wolfskin mit seinen 2,7 kg weichen musste. Das ist eine tolle Basis zum Start ins Leichtwandern und hier wollen wir in Sachen „richtig Packen“ auch einsteigen.

Wie Du den richtigen Leichtwanderrucksack findest und auf was Du achten solltest, kannst Du im Beitrag Der richtige Leichtwanderrucksack nachlesen. 

Rucksack richtig packen

Grundlage:

  • Tipp 1: Wer keinen wasserdichen Rucksack hat, wie z.B. OR Drycomp Summit Sack sollte eine passende Plastik- bzw. Mülltüte für den Regenschutz eingesetzen. So ist die komplette Ausrüstung zuverlässig vor Wasser geschützt. So schön die Regenhüllen der Hersteller auch sind, aber hier läuft über den Rücken das Wasser im Regenfall ab und auf kurz oder lang direkt in den Rucksack. Hier ist die angesprochene Lösung mit der Tüte günstiger und zuverlässiger
  • Tipp 2: Da Leichtwanderrucksäcke kein Tragegestell haben und aus Gewichtsgründen an der Polsterung im Rückbereich gespart wird, legen wir in den entsprechenden Rucksack immer an die Rückeninnenseite ein Isomatte oder die Tyvek Biwakunterlage um die Stabilität und Polsterung zu bekommen. So besteht die Gefahr schon nicht, dass jeder Ausrüstungsgegenstand in den Rücken drückt
  • Tipp 3: Man sollte sich nun einen Überblick über die komplette Ausrüstung machen. Wir legen uns dazu die ganze Ausrüstung auf dem Boden und verstauen passende Gegenstände in leichten Packsäcken. Das schafft Ordnung und alles bleibt zusammen

Im Rucksack:

Jetzt kann es bei aller Theorie ans Packen gehen :-): Es gilt nun auszutüffelten welcher Packsack am schnellsten verfügbar sein muss.

  • Ganz unten landet bei uns immer der Schlafsack, da dieser erst abends zum Einsatz kommt. Als netter Nebeneffekt hat man auf Höhe des Steißes, wo der Rucksack aufliegt, eine weiche Auflage.
  • Nun den Kocher, Tarptent oder Tarp so nah wir möglich an den Rücken
  • Weiter mit der Bekleidung, Hygeniesachen (Minikulturbeutel) und Essen.
  • On the top alles was schnell griffbereit sein sollte: das Erste-Hilfe-Set und je nach Wetter Regen- bzw. Isolationsjacke und Sonstiges (Sonnenbrille etc.).
  • Das Trinken darf natürlich nicht fehlen. Wir bevorzugen Rucksäcke mit seitlichen Außentauschen um mit einem Griff nach hinten direkt ran zu kommen. PET Flaschen eignen sich hier bestens und sind billiger als jedes Trinksystem von Camelbak oder Platybus. So ist das Getränk immer schnell für ein Schlückchen zur Hand. Vorallem liegt das Getränk nah am Rücken an und der Schwerpunkt ist perfekt gesetzt.
  • Dann ist es eigentlich schon geschafft :-)!

Rucksack richtig tragen

Zum Schluss noch ein paar Worte zum richtigen Tragen des Rucksacks. Wir haben den Rucksack nun gut und ausgeglichen gepackt. Wichtig ist beim Tragen, dass auch hier der Rucksack so wenig wie möglich hin und her pendeln kann.

  • Schritt 1: Die vorhandenen Verstellriehmen recht locker einstellen
  • Schritt 2: Rucksack aufziehen
  • Schritt 3: Wenn ein Hüftgurt oder Hüftband vorhanden ist, diesen/dieses nun schließen und so zuziehen, dass ein Großteil des Rucksackgewichts auf den Hüften liegt. Der Gurt oder das Band sollte den Bauch nicht zu stark einschneiden
  • Schritt 4: Jetzt die Schulterträger festziehen und einen vorhandenen Brustgurt schließen
  • Schritt 5: Last but not least vorhandene Stabilisierungsriehmen (normalerweise auf Schulterhöhe) festziehen. So kommt der Rucksack näher an den Rücken

Fazit

Bei all den hier genannten Tipps ist es für uns immer eine Freude unseren Rucksack zu packen oder anders gesagt zu planen. Man hat nochmal die Möglichkeit jeden Artikel bewusst in die Hand zu nehmen um sich zu fragen, ob man den Artikel überhaupt auf dieser Tour braucht. Des Weiteren kann man beeinflussen, wie strukturiert der Rucksack gepackt ist und man sich jeder Zeit zu recht findet.

Wir hoffen, dass euch die Packhilfe bei der nächsten Tour behilflich sein kann und Du die Vorteile des korrekten Packens direkt erleben kannst. In diesem Sinne gute Touren!

Wenn Du jetzt Lust auf einen neuen Rucksack bekommen hast, schau doch mal bei Bergfreunde.de vorbei. Hier gibt es eine gute Auswahl!

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