Wasserentkeimer SteriPEN adventure Opti – Getestet

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Steripen Adventure Opti

Steripen Adventure Opti

Eigentlich war das Thema Wasserentkeimer/-filter nie eine Frage, die wir uns gestellt haben. Die letzten 10 Jahre hatte es immer gut geklappt, wenn man ein paar klassische Regeln bei der Trinkwassersuche beachtet. Es gab auf Touren in den Alpen, Skandinavien, Schottland oder auch im deutschen Mittelgebirge keine Probleme mit dem Trinken von Wasser aus Flüssen oder Bächen. Wir sollten in einem Fall eines besseren belehrt werden :-): Auf einer Mehrtagestour durch die Ammergauer Alpen im Juni 2011 hat Till aus einem Bergbach Wasser entnommen, dass ihm ordentlich Ärger einbrachte. Die ganze Sache ging soweit, dass ich nachts die Bergwacht holen musste, da er innerhalb einer Stunde so dehydriert war, nichts mehr im Magen behielt und keinen Schritt mehr machen konnte.
Nun gab es drei Möglichkeit: einen klassischen Wasserfilter mit Pumpfunktion (Glasfaser – od. Keramikelement), Desinfektionstropfen/-tabletten oder ein Entkeimungssystem das mit UV-Strahlung Keime & Co. abtötet. Wir entschieden uns für den Steripen Adventure Opti, der mit seiner UV Lampe alle Keime und Bakterien abtötet. Wir wollen euch hier mal den Steripen vorstellen und haben das Teil unter die Lupe genommen.

Hersteller:
Steripen
Modelname:
Adventure Opti
Packmaße:
16 x 4 cm
Gewicht:
105 gr. (ohne Aufbewahrungstasche)
Entkeimung:
Entkeimung erfolgt über UV Strahlung (Viren, Bakterien, Protozoen)
Kapazität:
Batterie: für 100 Behandlungszyklen, UV Lampe: für 8000 Behandlungszyklen
Lieferumfang:
Steripen mit UV Lampe, Aufbewahrungstasche aus Neopren, Bedienungsanleitung, 2 x CR 123 Batterien
Link zum Hersteller:
www.steripen.com

Bewertung

Verarbeitung:
5 von 5 Federn
Komfort:
4 von 5 Federn
Preis:
4 von 5 Federn
Bedienung:
4 von 5 Federn
Durchschnittsbewertung:
4 von 5 Federn

Warum der SteriPEN?

Wer sich ein Entkeimungssystem zulegen möchte, sollte vorab die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen System vergleichen um die persönlich perfekte Wahl zu treffen. Wir haben hier mal die drei bekanntesten System verglichen:

1. Wasserfilter (z.B. MSR MiniWorks)

Vorteile:

  • Keramik/Glasfaser filtert zuverlässig
  • mit Aktivkohle, kann getrübtes Wasser geschmacksneutral gefiltert werden
  • schnelles Filtern über Pumpsystem von Bakterien, Viren & Co. möglich

Nachteile:

  • Keramikelement muss gereinigt werden
  • großes Packmaß
  • hohes Gewicht

2. Desinfektionstabletten/-tropfen (z.B. Micropur)

Vorteile:

  • extrem leicht
  • gutes Packmaß
  • tötet Bakterien, Viren & Co. durch Chlor oder Ionen ab
  • große Mengen auf einmal desinfizierbar

Nachteile:

  • Desinfektionsdauer sehr lange (30 bis 120 min)
  • Wasser schmeckt nach Chlor

3. UV Entkeimung (z.B. SteriPEN)

Vorteile:

  • Schnelles Filtern möglich
  • Tötet Bakterien, Viren & Co. ab
  • kleines Packmaß
  • leicht im Gewicht

Nachteile:

  • Abhängigkeit von Batterien
  • Elektrik kann kaputt gehen

Wir haben uns anhand dieser Zusammenstellung dafür entschieden einen Steripen zu nehmen, da wir keinen schweren Pumpfilter mit uns herum tragen möchten und die Desinfektionszeit von den Tabletten, Tropfen & Pulver zu lange ist. Der Steripen lässt sich unserer Meinung nach am besten mit dem Leichtwandern vereinbaren. Der Pen wird sicherlich nicht auf jeden Tour dabei sein, da es durchaus Wandergebiete gibt, in denen die Gefahr von verschmutzen Wasser sehr überschaubar ist. Die Erfahrung bei Till hat uns nur etwas vorsichtiger gemacht. Wir Angsthasen :-)!

Ausgepackt – der erste Eindruck

Der Steripen wird mit einer Transporttasche aus Neopren, 2 Batterien und einer Bedienungsanleitung geliefert. Das Gerät liegt gut in der Hand. Um die UV Lampe vor Beschädigung zu schützen, ist eine abnehmbare Schutzkappe vorhanden. Einmal die Batterien eingelegt und die Schutzkappe abgenommen ist der Pen einsatzbereit. Die Verarbeitung ist robust. Es besteht die Möglichkeit mit dem Pen 0,5 oder 1 Liter zu entkeimen. Dann mal ab zum praktischen Teil!

Tested on Tour

Steripen in Betrieb

Steripen in Betrieb

Ich habe den Pen das erste Mal auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald dabei. Meistens ist es dort natürlich kein Problem an Trinkwasser ran zukommen. Aber wir wollen abseits der Zivilisation biwakieren und ich will das Wasser aus der Wutach mit den UV Strahlen befeuern :-). Das erste was mir klar wird, dass zum Entkeimen eine Flasche verwendet werden muss, die einen großen Hals hat. Sonst bekommt man die UV Lampe nicht komplett ins Wasser eingetaucht und das Gerät fängt schon gar nicht an, die UV Lampe zu aktivieren.
Der Rest bis zur entgültigen Entkeimung ist einfach: Man kann über einen Drucknopf auswählen, ob man einen halben oder ganzen Liter entkeimen will. Macht in dem Fall auch Sinn, da diese Größen bei den meisten Flaschen Standard sind. Einmal Knopf drücken schaltet die UV Lampe für einen Liter und zweimal Knopf drücken für den halben Liter ein. Während die Lampe aktiv ist bewegt man den Pen in kreisenden Bewegungen durch das Wasser um eine Zirkulation und bessere Entkeimung zu erreichen.
Ob das Wasser anschließend keimfrei ist, kann leider nur das Labor rausfinden, aber mein Magen hat das Wasser auf jeden Fall problemlos verkraftet :-).

Fazit

Für uns eine tolle Sache: Leicht, schnell, kompakt und funktionell. Wir sind mal gespannt wie schnell das erste Paar Batterien und die UV Lampe schlapp macht. Ansonsten ist der Pen für jeden Leichtwanderer eine Möglichkeit Wasser zu entkeimen, der im schlimmsten Fall auch unterwegs kaputt gehen kann. Die Vorteile überwiegen für uns und so können wir das Risiko in Kauf nehmen. Ab sofort werden wir den Steripen Adventure Opti auf jeder Tour mit ungewissere Trinkwasserversorgung dabei haben. Das Teil ist einfach zu bedienen und vom Preis her absolut in Ordnung. Teuer wird es vermutlich erst, wenn wir die erste UV Lampe nachkaufen müssen :-). Aber bei 8000 Behandlungszyklen sollte  es laut Herstellerangabe noch ein Weilchen dauern.

Leichte Bedienung

Leichte Bedienung

Es werde Licht - die UV Lampe

Es werde Licht - die UV Lampe

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11 Kommentare zu “Wasserentkeimer SteriPEN adventure Opti – Getestet”

  1. 1 Reini  | 10:35 on 09/11/2012:

    Danke Hannes für die tolle Übersicht und den Produktvergleich.

    Als Anhänger des Keramikfilter war und bin bei STERIpen eher skeptisch was die Laufzeit angeht. In vielen Bewertungen steht nämlich, dass die Batterien nicht so lange halten wie vom Hersteller angeführt wird.
    Angeblich nur 20 bis 30 mal.

    Hast Du schon mehr Erfahrungen hinsichtlich der Laufzeit der Batterien sammeln können.

    Danke,
    Reini

  2. 2 Hannes  | 10:47 on 09/11/2012:

    Hi Reini!

    Bei meinem Modell gibt Steripen ja bis zu 100 Anwendungen an, bevor man die Batterie wechseln muss.
    So viele habe ich definitiv noch nicht erreicht :-)! 20-30 Anwendungen könnten es aber bereits
    gewesen sein und bis jetzt schwächelt der Pen noch nicht. Wenn der Pen nachher 60-70 Anwendungen
    hält, wäre ich für mich persönlich zufrieden mit dem Ergebnis. Den welcher Hersteller testet seine
    Laufzeiten von Batterien nicht unter Optimalbedienungen :-). Wichtig ist mir vorallem, dass die UV
    Lampe ansatzweise das hält was der Hersteller verspricht. Die Lampe ist nämlich nicht ganz billig!

    Hoffe die Einschätzung hilft weiter!
    Servus
    Hannes

  3. 3 Reini  | 10:53 on 09/11/2012:

    Danke Hannes!
    Ja, Deine Rückmeldung hilft mir weiter.

    Denn in Wahrheit wünsche ich mir auch ein kleines und leichtes Wasseraufbereitungsgerät für unterwegs. Auf Tagestouren ist mein Katadyn Combi doch etwas schwer.

    Danke,
    Reini

  4. 4 Heike  | 08:44 on 10/01/2014:

    Hallo Hannes,
    ich habe seit etwa 2 Jahren einen Steripen Adventurer und ich habe nur schlechte Erfahrungen damit gemacht. Dabei liegt es scheinbar nicht am Gerät selbst sondern an den Akkus. Nachdem ich nach Anwendung des Steripen in klarem Wasser sehr krank geworden bin, habe ich mich an die Firma in den USA gewendet. Ich habe den Steripen eingeschickt und er wurde dort überprüft. Als Ergebnis wurde mir mitgeteilt, dass der Akku die Behandlungszeit nicht durchhält, d.h. die Lampe schaltet sich vorzeitig ab und dadurch ist das Wasser nicht zu Ende behandelt. Man hat mir dann den Steripen mit einem angeblich neuen Akku zurückgeschickt. Bei meiner nächsten Reise hatte ich den Steripen wieder dabei und obwohl der neue Akku drin war, hat er sich nur einmal kurz angeschaltet und dann gar nicht mehr. Jetzt habe ich gestern den Akku mit dem Ladegerät voll geladen und heute habe ich ihn probeweise nochmal drangehängt und die Kontrollleuchte des Ladegeräts ist schon wieder rot. Welche Batterien verwendest du? Mein Modell scheint ein älteres zu sein, es ist schwarz gelb und es braucht 2 CR123 Batterien. Ich habe den Steripen Adventurer mit Solar Ladegerät für über €100 gekauft und er hat jedesmal versagt. Ich bin total enttäuscht!

  5. 5 Hannes  | 11:48 on 10/01/2014:

    Hi Heike!

    Das klingt natürlich nicht schön! Ich bin bis jetzt aber immer noch sehr zufrieden mit meinem PEN.
    Ich hab keinen Akkubetrieb in meinem Gerät und verwende nur Batterien (CR123A). Was man den Steripens aber einfach nicht absprechen kann, dass
    es ein technisches Gerät ist, dass auf Tour kaputt gehen kann. Hier sind die klassischen Filter mit Keramik etc. klar im Vorteil!

    Hoffe, dass sich für Dich ein Lösung ergibt!

    Grüße Hannes

  6. 6 Yvonne  | 14:05 on 11/29/2014:

    Ich benutze den Steripen seit einigen Jahren auf Wanderungen und bisher immer zuverlässig. Ich musste die Lampe noch nicht austauschen. Mit Akkus funktioniert er nicht zuverlässig, jedoch mit den bereits genannten CR123A bisher 100% zuverlässig, was leider teurer ist und eben nicht wiederaufladbar. Aber es ist es mir trotzdem wert.

  7. 7 Lars  | 00:41 on 03/21/2015:

    Schaut Euch mal auf der Website des Herstellers um. Es gibt z.B. auch den Sterilen Classic 3, der frisst Alkaline (ja wirklich!!), Lithium und NIMH (nehmt die Eneloop).
    Also mit dem sollte das Problem der wiederaufladbaren Batterien gelöst sein. Ich persönlich verwende die AA-NiZn-Batterien (wiederaufladbar) von Conrad…. haben 1,9V wenn voll geladen und mächtig Power. Ladegerät für die NiZn ist auch sehr leicht. Außerdem nutze ich die AA-Zellen noch in weiteren Geräten während der Reise.

  8. 8 Heike  | 08:09 on 04/18/2016:

    Nachdem das mit den Akkus bei mir überhaupt nicht funktioniert hat, habe ich 2 CR123A Lithium Batterien von Panasonic gekauft und in den Steripen eingesetzt. Auf der letzten Tour ging die UV Lampe zwar an, aber trotz klaren Wassers und mehrfachen Durchgängen kam wieder nur die rote Lampe an. Um sicherzustellen, dass es nicht an dem Wasser lag, habe ich zuhause noch einmal einen Durchgang mit Leitungswasser probiert – aber trotz der neuen Batterien bringt der Steripen den Zyklus einfach nicht zum Ende. Ich finde das Prinzip des Steripens super und die UV-Lampe geht ja auch immer an: Habt ihr noch eine Idee was ich probieren könnte – oder muss ich mich damit abfinden, ein „Montagsgerät“ gekauft zu haben?

  9. 9 Hannes  | 11:50 on 04/18/2016:

    Hi Heike!

    Was mir da spontan einfällt ist, dass es bei meinem Steripen ganz wichtig ist, dass die UV Lampe komplett während des Desinfektionsvorgangs im Wasser sein muss. Einschließlich der blinkenden LED Lampe. Sonst bricht die Lampe ab!

    Wenn das auch nichts bringt, müsstest Du den Pen mal bei deinem Händler reklamieren, wo Du das Teil her hast.

    Machs gut
    Hannes

  10. 10 Kat Posten  | 21:54 on 05/24/2016:

    Hallo Hannes,
    die Filtersysteme von Sawyer Sweeze oder auch des Katadyn sind ja zwischen dem „kontaminierten “ Wasser und einer „sauber-reinem “ Wasserflasche. (kont. Wasser fliesst durch das Filtersystem zu einer anderen Flasche) D.h. man trinkt wirklich nur gefiltertes Wasser, kein Tröpfchen von dem „kontaminierten „Wasser ist daran.
    Anderes bei der Benutzung des Steripens:
    Man befüllt „kontaminierten“Wasser in die Weithalsflasche und dreht mit dem Steripen darin herum. Das Wasser ist drinnen nun desinfiziert. Was ist aber mit den Resttropfen in den Rillen am Aussernrand der Wasserflasche? Wenn ich jetzt aus der Flasche trinke, schlucke ich doch als erstes noch kleine Resttropfen vom kontaminierten Wasser, die gar nicht vom Pen gehandelt wurden. Im Zweifel sind aber genau da noch Bakterien,Viren usw. zu finden.
    Hmmm…Oder bin ich da zu pingelig ;-)

  11. 11 Hannes  | 18:13 on 05/31/2016:

    Hi Kat!

    Gute Anregung :-)!
    Ich denke, aber das man das dann nicht mehr so genau nehmen darf. Ich habe bis dato deswegen nie Probleme gehabt.
    Ist ja bei Katadyn Filtersystemen auch nichts garantiert, dass die Flasche 100% keimfrei ist. Sonst müsste man die Flasche jedes Mal abkochen. Das macht wohl keiner :-)!
    Und Gott sei Dank tötet unsere Magenschleimhaut ein paar wenige Keimlinge ohne Probleme, die sich evtl. noch am Flaschenrand befinden! Ich hab es bis jetzt gut überstanden!

    Machs gut
    Hannes

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